Kammermusik in der Kreuzkirche

 


Der Kammermusikabend findet einmal im Monat statt und hat folgenden Ablauf:

19.00 Uhr Meditativer Gottesdienst Licht und Klang

20.00 Uhr Kammerkonzert

 

Anschliessend gibt es Gelegenheit, bei Wein und Brezeln beisammen zu sein.

 


Freitag, 5. Oktober, 19:00 Uhr: Jugend, goldene Jugend!

Die Bläserconnection Berlin spielt u. a.
Leoš Janáček (1854- 1928):
Mladi - "Die Jugend" (1924),
Suite für Bläsersextett

Allegro
Andante sostenuto
Vivace
Allegro animato

Als "eine Art Erinnerungen an die Jugend" charakterisierte der fast siebzigjährige Leos Janácek das gerade beendete Bläsersextett in einem Brief an Kamila Stösslová. Die Suite "Jugend" entstand im Sommer 1924 während eines dreiwöchigen Aufenthalts in Janáceks Geburtsort Hukvaldy, angeregt von dem Bedürfnis des Komponisten, anlässlich seines 70. Geburtstages Bilanz zu ziehen. Zudem hörte Janácek mehrfach das Pariser Ensemble Société moderne des instruments à vent in Salzburg und Brünn.

Die klassische Quintettbesetzung ist bei Janácek um eine Bassklarinette erweitert.

Auf einen frühen Lebensabschnitt verweist Janácek in diesem Werk nicht nur durch den kompositorischen Rückgriff auf ein Thema aus dem "Marsch der Blaukehlchen", sondern vor allem durch die allgemeine Frische des Ausdrucks, den scharfsinnigen Humor und die klassizistisch konzipierte Form.

Der erste Satz beginnt mit dem Motto Mládi, zláte Mládi (Jugend, goldne Jugend). Janacek soll die Sprechmelodie dieses volkstümlichen Rufs auf die Instrumente übertragen haben. Das Motto fungiert als quirliges Rondothema, zwischen dessen Reprisen mehr oder weniger melancholische Episoden eingelegt werden.

Der langsame Satz beruht auf einem typisch slawischen Trauer-thema in des-Moll. Es wird in vier Variationen vorgestellt.

Der dritte Satz fungiert als Scherzo, mit einem burschikosen, stufenweise aufsteigenden Hauptthema in as-Moll und dem erwähnten Marsch der Blaukehlchen als Trio. Das Finale entwickelt zunächst ein kraftvolles, schnelles Marschthema bis zu triumphaler Vitalität, bevor in einer langsameren Episode das Thema der Jugend aus dem ersten Satz wiederaufgenommen wird.

Die Uraufführung des Sextetts durch sechs Professoren des Brünner Konservatoriums am 21. Oktober 1924 war ein Desaster. Der überheiße Konzertsaal machte sauberes Intonieren fast unmöglich, und der Klarinettist mußte sich mit einer beschädigten Klappe herumschlagen. Janacek sprang unmittelbar nach der Aufführung auf die Bühne und ließ das Publikum wissen, daß dies nicht sein Werk gewesen sei, weil der Klarinettist nur so getan habe, als ob er spielte. Erst die Prager Erstaufführung einen Monat später verhalf dem Werk zum verdienten Erfolg.

 


Freitag, 9. November, 19:00 Uhr (Zum Gedenken an die Pogromnacht):


Sonntag, 16. Dezember, 3. Advent, 19:00 Uhr:


Wir freuen uns auf diese Abende.
Kärt Ruubel, Joshua Löhrer und Andreas Groß